Villinger Erbrechtstage 2017: Wie vererben wir unser Haus richtig? – Vortrag am 7. November

Vortrag im Münsterzentrum

Bei den Erbrechtstagen können Sie sich darüber informieren, was zu beachten ist, wenn ein Haus vererbt oder bereits zu Lebzeiten übertragen werden soll. Der Vortrag am 7.11.2017 wird von Rechtsanwältin Sarah Tiefenthaler gehalten. Sie macht nur Erbrecht. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung des Deutschen Forums für Erbrecht und des Katholischen Bildungszentrums beginnt um 19.30 Uhr.

Problem Erbengemeinschaft

Es kann äußerst problematisch werden, wenn ein Haus in eine Erbengemeinschaft fällt. Jeder Miterbe habe nämlich das Recht, die Zwangsversteigerung der  Immobilie beim Amtsgericht zu beantragen. Dies kanndazu führen, dass der wirtschaftlich stärkere und rechtskundigere Miterbe für sich das Haus günstig ersteigern kann. Es gibt aber Lösungen,  um dies zu vermeiden, wie z.B. verschiedene Testamentsgestaltungen oder die Anordnung einer Testamentsvollstreckung mit der Aufgabe, den Nachlass gerecht zu verteilen.

 Vor- und Nachteile einer Hausübergabe

Am Wichtigsten ist dabei immer die eigene Absicherung der Eltern. Dies kann durch den Vorbehalt eines Nießbrauchs sicher gestellt werden. Zudem können sich die Übergeber Rückforderungsrechte vorbehalten: Entweder ein freies Rücktrittsrecht, wonach sie das Haus vom Beschenkten jederzeit ohne Angaben von Gründen zurück fordern könnten oder zumindest ein beschränktes Rücktrittsrecht, das nur bei Vorliegen bestimmter Gründe die Rückforderung gestattet, wie z.B.  bei Vorversterben des beschenkten Kindes, dessen Scheidung oder Vermögensverfalls.

Rückforderung im Sozialfall

Die Rechtslage zur Frage der Schenkungsrückforderung durch das Sozialamt im Falle einer Unterbringung der Übergeber im Pflegeheim treibt die Menschen um. In den  ersten zehn Jahren nach der Schenkung gibt es leider keine Möglichkeit, diesen Rückgriff des Sozialamtes zu verhindern. Erst nach Ablauf der zehn Jahre kann kein Sozialregress durch das Sozialamt mehr erfolgen. Es gibt zwar Strategien zur Verhinderung des Sozialhilferegresses, diese müssen jedoch auf den Einzelfall abgestimmt werden.

Berliner Testament

Auf großes Interesse bei den Zuhörern stoßen immer wieder die Ausführungen zum Berliner Testament. Es ist aber nicht damit getan, sich gegenseitig als alleinige Vollerben und die Kinder als Schlusserben einzusetzen. Es muss  auch daran gedacht werden, wer Ersatzerbe sein soll. Nämlich für den Fall, dass ein Kind vor den Eltern verstirbt.

Bindungsfalle

Oft stolpert der überlebende Ehegatte beim Berliner Testament in eine „Bindungsfalle“. Das Berliner Testament  bindet nämlich nach dem Tod den überlebenden Ehegatten. Es kann von ihm nicht mehr geändert werden. Das kann von Nachteil sein. Nämlich dann, wenn sich beispielweise Kinder nicht um den überlebenden Ehegatten kümmern und letzterer aus diesem Grund jetzt eine andere Verteilung des Erbes wünscht. Es sollte deshalb immer überlegt werden, ob und in welchem  Umfang dem Überlebenden eine Änderungsmöglichkeit vorbehalten bleiben soll.

Erbschaftsteuer

Angesprochen werden wird auch wieder das Thema Erbschaftsteuer. Hierzu kann jedoch in den allermeisten Fällen Entwarnung gegeben werden. Bewohnt der überlebende Ehegatte das Haus weiter und zieht nicht freiwillig innerhalb von  zehn Jahren aus dem Haus aus, erbt er dieses völlig steuerfrei. Doch selbst wenn ein Auszug innerhalb dieser Frist erfolge, reicht der persönliche Freibetrag des Ehegatten in der Regel aus, damit keine Erbschaftsteuer anfällt. So kann der Ehegatte 500.000,00 € steuerfrei zusätzlich zum selbst genutzten Haus erben. Auch die Kinder können die Nachlassimmobilie steuerfrei erben, sofern sie zehn Jahre lang das Haus selbst bewohnten und die Wohnfläche des Hauses weniger als 200 m² beträgt. Im Übrigen kann dann noch an jedes Kind ein Vermögen in Höhe von 400.000,00 € steuerfrei vererbt werden.

Große Vermögen

Bei  größeren Vermögen ist es sinnvoll, bereits zu Lebzeiten Hausschenkungen unter Nießbrauchsvorbehalt und Rückforderungsrechten an die Kinder vorzunehmen.  Der Freibetrag von 400.000,00 € kann alle zehn Jahre genutzt werden. Und zwar von beiden Elternteilen, so dass die Eltern 800.000 an jedes Kind steuerfrei vererben oder alle zehn Jahre verschenken können. Damit wird sichergestellt, dass im Erbfall kein so großes Vermögen mehr vorhanden ist, das dann Erbschaftsteuerpflichten auszulöst.

 

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Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.